Erster Solar-Radweg Deutschlands

28. November 2018

In Erftstadt, 20 Kilometer von Köln entfernt, wurde Mitte November der erste Solar-Radweg Deutschlands eröffnet. Die 90 Meter lange Teststrecke besteht aus kleinen Solarzellen, umgeben von einer Glasfliese, die durch ihre Noppenstruktur eine rutschfeste Oberfläche zum Fahrradfahren bieten. Jährlich sollen damit 12 bis 16 Megawattstunden Solarstrom erzeugt werden. Außerdem lässt sich die Fläche durch die Sonnenenergie mit eingebauten LEDs beleuchten und im Winter erwärmen. 

Solmove Solarradweg Erftstadt 12.11.2018

Um das Potenzial von Radwegen und Straßen für die Stromerzeugung nutzbar zu machen, gründete Ingenieur Donald Müller-Judex 2014 das Start-Up Solmove. Mit zurzeit nur zwei Mitarbeitern hat es seinen Sitz in Potsdam. Etwa zwei Jahre haben die Vorbereitungen für den Solar-Radweg gedauert. Für die Entwicklung der innovativen Technologie arbeitete das Unternehmen im Forschungsverbund mit zwei Fraunhofer-Instituten, der RWTH Aachen, der Universität Bayreuth und dem Forschungszentrum Jülich. Mit der kommunalen Unterstützung von Erftstadt gewannen sie im ausgeschriebenen Bundeswettbewerb „Klimaschutz durch Radverkehr“ der Nationalen Klimaschutzinitiative eine Projektförderung von 784.00 Euro.

An der Eröffnung Mitte November nahm auch die Bundesumweltministerin Svenja Schulze teil. Die Energieagentur NRW berichtet von der Probefahrt der Ministerin trotz des schlechten Wetters. „Bei dem Regen können wir auf jeden Fall schon jetzt feststellen, dass dieser Belag rutschfest ist“, stellte Schulze fest. „Mit solchen Angeboten wollen wir erreichen, dass das Rad zunehmend eine attraktive Alternative vor allem zur Fortbewegung mit dem Auto wird.“

Besonders die Kosten des Radwegs haben die Aufmerksamkeit der Medien erregt. Der Spiegel etwa weist auf die Lage von Erftstadt hin, welche nur eine halbe Stunde vom Hambacher Forst entfernt ist: „Das macht Erftstadt auch zu einem politischen Ort. Er zeige die beiden Enden dessen, was möglich sei, sagte Müller-Judex. Das Gestern und das Morgen.“ Nennen will Müller-Judex den genauen Preis der Teststrecke jedoch nicht. „Wir streben einen Preis von 250 Euro pro Quadratmeter an – derzeit liegen wir aber noch deutlich höher.“ Dennoch sind bereits weitere Projekte in Deutschland geplant. Unter anderem soll ein Parkplatz aus Solarzellen in Recklinghausen realisiert werden.

Das Süddeutsche Zeitung Magazin berichtet von der Unterstützung eines chinesischen Investors bei dem Projekt. Nach der Prognose von Solmove soll sich die Lebensdauer des Radwegs auf 25 Jahre belaufen. Nach etwa 14 Jahren kann die Kommune dann durch die Stromerzeugung Geld verdienen. Hingewiesen wird hier auch auf die Entscheidung von Müller-Judex, dass er mit dem Start-Up nicht in seiner Heimat blieb. Bayern sei „bei technischen Innovationen immer ein bisschen träge und schlapp (…), aber in Berlin tut sich was“.

Die Deutsche Welle berichtet über Vandalismus an einigen Glasfliesen bereits vor der Eröffnung des Radwegs. „Kritiker des Projekts meinen, mit dem vielen Geld ließen sich zahlreiche herkömmliche Radwege bauen oder renovieren.“ Müller-Judex entgegnet den Kritikern, dass die staatliche Förderung eines solchen Projekts im Vergleich zu anderen Ländern tatsächlich eher gering war: „Unsere Förderung macht ungefähr ein Zehntel davon aus, was in Frankreich oder China zur Verfügung steht“.

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.

Link:https://www.unendlich-viel-energie.de/erneuerbare-energie/sonne/photovoltaik/erster-solar-radweg-deutschlands

Mit dem Fahrrad über Solartechnik flitzen

Meldung vom 14.11.2018
Erster Solar-Radweg Deutschlands in Erftstadt eröffnet.

In Erftstadt bei Köln ist jetzt der erste Solar-Radweg Deutschlands eingeweiht worden. Es handelt sich um eine Teststrecke von 90 Metern Länge im Stadtteil Liblar. 150 besonders bruch- und rutschfeste Solarmodule wurden dafür zusammengesteckt und auf den Asphalt eines bestehenden Radweges verlegt. Der neuartige von der Solmove GmbH entwickelte Fahrbahn-Belag erzeugt Strom, absorbiert Lärm und kann im Winter auch Schnee abtauen.
Mit der Eröffnung des Fahrradweges wurde in Erftstadt die Premiere einer neuen Technologie gefeiert, denn erstmalig in Deutschland wird damit solare Energie auf öffentlichen Wegen erzeugt. Die Einweihung des Solar-Radweges nahm Bundesumweltministerin Svenja Schulze vor. „Der Trend zum Radfahren ist ungebrochen. Mit dem Solar-Radweg setzen wir auf eine innovative Technologie, die zugleich Strom erzeugen und im Winter das Eis abtauen kann, um ein sicheres Radfahren zu ermöglichen. Mit solchen Angeboten wollen wir erreichen, dass das Rad zunehmend eine attraktive Alternative vor allem zur Fortbewegung mit dem Auto wird“, sagte die Ministerin.
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Bundeswettbewerb „Klimaschutz durch Radverkehr“
Der Solar-Radweg ist Teil des Projektes „Infrastrukturring Liblar – Wandel der Mobilitätsstruktur“ aus dem Bundeswettbewerb „Klimaschutz durch Radverkehr“ der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI), das mit rund 784.000 Euro gefördert wird. „Die Stadt möchte mit der Teststrecke auf dem Radweg zeigen, dass jede Kommune sauberen Strom produzieren kann, ohne das Landschaftsbild zu stören“, erklärte Erftstadts Bürgermeister Volker Erner.

Die Solmove GmbH, ein Start-up aus Potsdam, hat die Solarmodule gemeinsam mit der RWTH Aachen und weiteren Forschungspartnern entwickelt. Vordenker der Module und Gründer des Start-ups ist Donald Müller-Judex. „Die Teststrecke umfasst eine Fläche von 200 Quadratmetern. Wir erwarten, dass auf dieser bis zu 16.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr produziert werden. Das entspricht etwa dem Jahresverbrauch von vier Haushalten“, erklärte er. Eine spezielle Noppenstruktur des ausgeklügelten Belags sorgt für eine wasserableitende Struktur, die der Verschmutzung der Solaroberfläche entgegenwirken soll. Wie gut das alles bei alltäglicher Belastung und Witterung auf Dauer funktioniert, das wird sich nun auf der Teststrecke in Erftstadt erweisen und soll natürlich genau beobachtet werden. „Wir haben vier Jahre für diese Eröffnung gearbeitet. Wir sind total gespannt, wie das alles funktionieren wird“, sagte Müller-Judex.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze ließ sich beim Einweihungstermin auch vom einsetzenden Regen nicht davon abhalten, den Solar-Radweg gleich auszuprobieren und schwang sich daher auf ein für sie bereitstehendes Fahrrad. Gemeinsam mit Müller-Judex und Bürgermeister Volker Erner radelte sie über die Teststrecke. „Bei dem Regen können wir auf jeden Fall schon jetzt feststellen, dass dieser Belag rutschfest ist“, erklärte die Ministerin zufrieden.
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Link: https://www.energieagentur.nrw/solarenergie/mit_dem_fahrrad_ueber_solartechnik_flitzen

Der Weg in die Zukunft

In der Nähe von Köln wird die erste Solar-Straße Deutschlands eröffnet. Sie kann Strom spenden, Lärm schlucken und im Winter das Eis schmelzen. Noch ist die Produktion teuer – doch irgendwann lässt sich mit diesem Untergrund sogar Geld verdienen. 

Von Michaela Haas
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Donald Müller-Judex steht in seiner herbstlichen Daunensteppjacke auf einem kleinen Feldweg bei Köln, deutet auf ein paar Büsche hinter sich und sagt voll Vorfreude: »Jetzt wird’s spannend!« Hinter ihm legen gerade drei Fliesenleger aus einem örtlichen Handwerker-Betrieb die originellsten Fliesen, die sie je gelegt haben: dunkelblaue Solarmodule, jedes einzelne so groß wie ein Bierdeckel. Zusammen wird der Fliesenteppich die erste Solarstraße Deutschlands bilden. »Es kommt schon Strom raus«, stellt Müller-Judex, 56, stolz fest. Jeder Quadratmeter liefert 80 Kilowattstunden pro Jahr, bei den 200 Quadratmetern Radweg also insgesamt 16000 Kilowattstunden, die in das örtliche Stromnetz eingespeist werden.

Bisher sind es nur 90 Meter Radweg, aber es soll ein Weg in die Zukunft werden: Die erste Solarstraße Deutschlands kann Strom spenden, Lärm schlucken, sich später nachts beleuchten, im Winter das Eis wegheizen und sogar mitdenken. Die Oberfläche ist aus Monokristallinen, eingebaute Sensoren könnten bei größeren Straßen einmal Verkehrsströme messen und damit zum Beispiel Ampelschaltungen optimieren. Für das Ziel 100 Prozent erneuerbare Energien reichten die Dachflächen einfach nicht aus, sagt Müller-Judex, also müsse man die vorhandenen Asphaltflächen nachhaltig nutzen. Einen Seitenhieb auf die Energieriesen kann er sich nicht verkneifen. »Wir liegen hier vielleicht 80 Kilometer vom Hambacher Forst entfernt. Das muss mal jemand RWE erzählen, die glauben nämlich immer noch, sie müssten Wälder abholzen, um Strom zu erzeugen. Es geht auch anders.«

Im Forschungsverbund mit zwei Fraunhofer Instituten, der RWTH Aachen, der Universität Bayreuth und dem Forschungszentrum Jülich entwickelten Müller-Judex und seine kleine Firma Solmove einen »mulitfunktionalen Solarteppich«, dessen Fliesen sich einklicken und verbinden. »Wir mussten einen Spagat hinkriegen, denn die Straße muss belastbar und rutschfest sein.« Das Noppenprofil vergleicht Müller-Judex mit einem Mikrogebirge: »In den Tälern sammelt sich der Schmutz, da fließt auch das Wasser, das den Schmutz wieder mitnimmt«, erklärt er. »Auf den Bergkuppen wird der Autoreifen gehalten. Diese Kuppen sind mit Korund besetzt, einem besonders riebfesten Gestein, das in der Härteskala direkt hinter dem Diamanten liegt.« Eine  Spezialglas-Manufaktur im Bayerischen Wald fertigt die Gläser. Im Labor halten die Glasfliesen das Gewicht von eineinhalb Lastern aus, nun beginnt der Praxistest.

Am 12. November wird der Radweg mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze offiziell eröffnet. Warum ausgerechnet in Erftstadt? Weil die Erftstädter insgesamt ein überzeugendes Radweg-Konzept vorgelegt haben und damit auch Bundesförderung für die Solarfliesen gewannen. Wenn es um den finanziellen Aufwand geht, druckst Müller-Judex wegen der hohen Entwicklungskosten etwas um die harten Zahlen herum: »Der erste Mikrochip hat schließlich auch 10 Millionen Dollar gekostet. Wenn man damals gesagt hätte, das ist zu teuer für PCs, hätten wir heute alle keine Computer.« Wenn die Sonnenstraße wie prognostiziert 20 bis 25 Jahre hält, würden die Erftstädter in den letzten zehn Jahren durch den erzeugten Strom sogar Geld verdienen. »Eine normale Straße kostet Geld, eine Solarstraße verdient Geld«, verspricht Müller-Judex. Jedenfalls habe er, auch mit eigenem Kapital und der Hilfe eines chinesischen Investors, dafür gesorgt, »dass für die Erftstädter eine schwarze Null rauskommt«. In den Wochen zuvor haben Bauarbeiter Schächte gebaut und 150 Module verlegt. Solmove hat eine Schaltung eingebaut, damit die Solarzellen im Winter erwärmt werden können. »Ergibt das ökologisch Sinn im Winter, Flächen zu beheizen?«, hat sich Müller-Judex gefragt, und durchgerechnet: »Es ist deutlich günstiger als ein Winterdienst.«

 

»Das Straßennetz in Deutschland, ohne die Autobahnen, würde reichen, um 20 Millionen Elektroautos zu versorgen«

                                                                                          Donald Müller-Judex

 

Auf die Idee kam Müller-Judex, als er vor knapp zehn Jahren im Allgäu Flächen für Photovoltaikanlagen suchte. Alle geeigneten Dächer waren schon belegt. »Warum nutzen wir nicht die Straße, die liegt doch in der Sonne?«, dachte sich der gelernte Maschinenbauer und Ingenieur und begann, an Solarfliesen zu tüfteln. Er sieht in Deutschland 1,4 Milliarden Quadratmeter Potenzial: »Das Straßennetz in Deutschland, ohne die Autobahnen, würde reichen, um 20 Millionen Elektroautos zu versorgen.« Straßen und Parkplätze haben den Vorteil, dass sich Elektroautos damit automatisch aufladen lassen, per Induktion ohne Steckdose. Sie saugen den Strom quasi aus den Photovoltaikzellen. Das Verfahren funktioniert bereits, allerdings noch nicht besonders gut.

Eigentlich ist Müller-Judex nicht nur Ingenieur und Autodidakt, sondern auch Journalist, hat zuletzt für Stern TV gearbeitet, aber dann wollte er »was Seriöses« machen. Seine erste Startup-Idee, ein Bezahlsystem für Handys, kam 13 Jahre zu früh. Aus dem bayerischen Inning am See, wo er noch wohnte, als er Solmove 2014 gründete, ist er inzwischen weggezogen, weil – das wird der Bavaria-One-Visionär Markus Söder nicht gern hören – »Bayern bei technischen Innovationen immer ein bisschen träge und schlapp ist, aber in Berlin tut sich was«.

Er träumt davon, eine Straße für elektrische Shuttle-Busse in China zur nächsten Olympiade und einen Teil der Weltausstellung in Dubai zu befliesen, hat gerade eine Potenzialanalyse mit der Deutschen Bahn abgeschlossen (»33 000 Kilometer Bahnstrecke!«, schwärmt er), baut eine Testanlage in Köln für Rheinenergie und einen Parkplatz für eine westfälische Firma, einen Radweg für eine Softwarefirma im Silicon Valley, eine Testanlage bei Los Angeles und verhandelt mit den Parkwächtern von New York. Ab nächstem Jahr sollen auch normale Häuslebauer und Firmen Fliesen für ihre Parkplätze bestellen können. »Wir werden von Anfragen überrollt«, sagt Müller-Judex – dabei besteht seine Firma aus nur zwei Mitarbeiten.

Es gibt auch internationale Konkurrenz mit ähnlichen Ideen in China, Amerika, Frankreich und Holland. Frankreich und Holland haben bereits kleine Teststraßen. Deren Systeme haben allerdings alle den Nachteil, dass dafür bestehende Straßen aufgefräst werden müssen. Die Fliesen von Solmove dagegen kann man auf die vorhandenen Wege aufkleben, weil der flexible Fliesenteppich kleine Unebenheiten im Boden ausgleicht.

Ob das alles so funktioniert, wie es der Visionär hofft, ob also die Solarmodule trotz Herbstlaub und Novemberschlamm Strom liefern, ob die Querrillen wirklich den Schmutz abfließen lassen, ob die Straße tatsächlich rutschfest und so belastbar ist wie im Labor, das wird sich erst in den nächsten Monaten und Jahren zeigen. »Das erste Flugzeug war aus Holz und Stoff«, vergleicht Müller-Judex den Forschungsstand. »Wenn man sich den Anteil von Holz und Stoff in einem modernen Flugzeug ansieht, weiß man, wieviel Entwicklung da stattgefunden hat. So ähnlich wird es hier auch sein. Wir stehen ganz am Anfang.«

Müller-Judex ist jedenfalls überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein. Buchstäblich. »Jemand, der sich mit dem Klima auseinandersetzt, weiß, dass wir gerade mächtig aus der Kurve fliegen«, sagt er und redet sich in Rage bei dem Gedanken, »wie viele Millionen wir jedes Jahr nach Saudi-Arabien überweisen, um Öl einzukaufen. Unsere Enkel werden uns das mal ganz fett aufs Brot schmieren. Da müssen wir sagen: Wir haben’s gewusst, aber nichts gemacht.«

Den Vorwurf kann ihm garantiert keiner machen.

Link: https://sz-magazin.sueddeutsche.de/die-loesung-fuer-alles/der-weg-in-die-zukunft-86314

Innovationspreis Berlin-Brandenburg – Wenn die Straßen Strom erzeugen

Solarwege, Leuchtbeton und eine Schul-Cloud: Zehn Ideen konkurrieren um den „Innovationspreis Berlin Brandenburg“.

von LEONHARD ROSENAUER

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Straße der Zukunft erzeugt Energie

Ein smarte Alternative zu Beton entwickelt auch Solmove. Die Solarmodule des Unternehmens können auf Rad-, Fußwegen oder Straßen verlegt werden. Die Stabilität ist so hoch, dass sogar Lkws über die Platten fahren können. Der gewonnene Solarstrom kann ins Stromnetz eingespeist werden, soll in Zukunft aber auch induktiv, also ohne Kabel, an E-Autos, die darauf fahren, abgegeben werden können. „Damit können bereits vorhandene Flächen zusätzlich für die Energieerzeugung genutzt werden“, so Gründer Donald Müller-Judex.

Den ersten Radweg gibt es bereits in Erftstadt bei Köln. Weitere Solar-Straßen-Projekte sind in Berlin geplant. Müller-Judex hat schon jetzt weitere Ideen für Anwendungsmöglichkeiten der Panel, so könne man „die Platten auch erwärmen, um im Winter den Schnee wegzutauen.“ Schnee schippen muss in der Stadt der Zukunft dann auch keiner mehr.

Link: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/innovationspreis-berlin-brandenburg-wenn-die-strassen-strom-erzeugen/23597140.html

Deutschlands erster Solarweg – Die Straße der sonnigen Zukunft

Er spendet Strom, schluckt Lärm und bringt Eis zum Schmelzen: In der Nähe von Köln eröffnet der erste Solarweg des Landes. Das sündhafte teure Projekt erzählt von Visionen.
Von Florian Gontek

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Es sind nur 90 Meter. Für Donald Müller-Judex bedeuten diese 90 Meter, gepflastert aus 150 dunkelblauen Solarmodulen, gerade die Welt. „Es ist ein bisschen wie ein erster Schritt auf dem Mond“, sagt er, „aber es ist auch nur ein Schritt.“

Müller-Judex, 56, Ingenieur und Maschinenbauer, der lange Journalist war und drei Firmen gründete, ist ein Visionär. In den vergangenen vier Jahren hat er sich einen Traum verwirklicht: Er hat den ersten Solarweg Deutschlands konstruiert. Einen, der Geld verdient – auch wenn es erst einmal nur 90 Meter Radweg sind. In den Niederlanden gibt es seit 2014 einen.

Etwa 16.000 Kilowattstunden speist der neue Weg in Deutschland pro Jahr ins örtliche Stromnetz ein. Das ist in etwa so viel, wie vier vierköpfige Familien in einem Jahr verbrauchen. Der 200 Quadratmeter große Fliesenteppich absorbiert außerdem Lärm und braucht keinen Winterdienst: Die Solarzellen können Widerstandswärme erzeugen, wenn sie selbst mit Strom versorgt werden. Glatteis kann so verhindert werden. Das kostet Geld, was aber zurückgezahlt wird, sobald die Sonne scheint.

In den Solarteppich eingebaute Sensoren könnten bei größeren Straßen einmal Verkehrsströme messen und damit helfen, Ampelschaltungen zu optimieren oder autonome Fahrzeuge vor Eisglätte zu warnen. Anders als bei vorhandenen Solarstraßen – eine der ersten wurde 2016 in Frankreich eröffnet – klebt man den Teppich aus Solarmodulen einfach auf die vorhandenen Flächen und muss diese nicht auffräsen.

Struktur wie bei einem Gebirge im Miniaturformat

Dass er einmal den ersten Solarweg des Landes bauen würde, hätte Müller-Judex vor etwa zehn Jahren auf einer sonnigen Landstraße Im Allgäu nicht zu denken gewagt. Damals war er auf der Suche nach freien Dachflächen für Solarmodule. Es gab keine mehr, obwohl die Solartechnik – anders als heute – wenig ausgereift war. „Ich bin drei Tage über breite, einsame und sonnenbeschienene Straßen gefahren. Großartige, potenzielle Solarflächen, die ungenutzt blieben – und ich dachte mir: warum eigentlich?“

Müller-Judex tüftelte, gründete 2014 seine Berliner Firma Solmove – und investierte viel Geld. „So ziemlich alles, was ich damals hatte“, sagt er. Heute beschäftigt er zwei Mitarbeiter. Damals hatte er auch Freunde und Verwandte um finanzielle Hilfe bitten müssen – und begann etwas zu entwickeln, das es bis dahin nicht gab. Einen „multifunktionalen Solarteppich“, wie Müller-Judex es nennt.

Im Forschungsverbund mit zwei Fraunhofer-Instituten, der RWTH Aachen, der Universität Bayreuth und dem Forschungszentrum Jülich galt es, drei unterschiedliche Welten zu vereinen: die von Lichtdurchlässigkeit, Belastbarkeit und Rutschfestigkeit. Müller-Judex sagt: „Wir haben entwickelt, gemessen, probiert und heute ein Ergebnis, mit dem wir fürs Erste sehr zufrieden sind.“

Donald Müller-Judex, CEO von Solmove

Donald Müller-Judex, CEO von Solmove

Die Noppenstruktur des Bodens vergleicht Müller-Judex mit der eines Gebirges. „In den Tälern sammelt sich der Dreck, dort fließt auch das Wasser, das den Schmutz wieder mitnimmt. So versuchen wir, den Verlust durch verdreckte Module möglichst gering zu halten.“ Die Bergkuppen halten den Reifen. Sie sind mit Korund besetzt, ein abriebfestes und hartes Mineral. Das Tal hat eine andere Funktion: „Es absorbiert den Schall und verhindert durch seine Tiefenstrukturen Aquaplaning.“

Das Glas stammt aus einer Fabrik in Brandenburg. Bei den Tests im Labor hielt es der Belastung von eineinhalb LKW stand. Nun muss es beständig genug sein, um extremen Umwelteinflüssen zu trotzen. Ein weiteres Problem des Solarweges war die hohe elektrische Spannung. Um der deutschen Straßenbaunorm zu entsprechen, musste eine spezielle Konvertertechnologie her. Nun fließen nur noch 30 Volt durch die Module, sie sind ungefährlich für Mensch und Tier.

Erftstadt als Gegenentwurf zum Hambacher Forst

Nach der Test- und Tüftelphase beginnt nun die Praxis. Am Montag kommt Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) zur Eröffnung des Solarweges nach Erftstadt, 20 Kilometer südwestlich von Köln. Die 50.000-Einwohner-Stadt hatte sich mit einem aufwendigen Radwegkonzept beim Bund beworben und Förderung für die Solarfliesen erhalten. Der Hambacher Forst, um den sich der Energiekonzern RWE und Braunkohlegegner zuletzt energisch stritten, liegt nur etwas mehr als eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt. Das macht Erftstadt auch zu einem politischen Ort. Er zeige die beiden Enden dessen, was möglich sei, sagte Müller-Judex. Das Gestern und das Morgen.

Dass das Morgen extrem teuer ist, gibt der Entwickler zu. Die Projektkosten sind hoch. Genaue Zahlen möchte der Unternehmer nicht nennen. Er sagt aber: „Wir streben einen Preis von 250 Euro pro Quadratmeter an – derzeit liegen wir aber noch deutlich höher.“

Politisch sieht Müller-Judex für seine Idee in Deutschland eher Gegen- als Rückenwind. Er glaubt jedoch an das Potenzial der Technologie, das er mithilfe von Investoren realisieren will: „Das Straßennetz in Deutschland, ohne die Autobahnen, würde reichen, um 20 Millionen Elektroautos zu versorgen“, sagt er. Solarstraßen- und Parkplätze böten die Möglichkeit, dass sich Elektroautos auch automatisch aufladen lassen – per Induktion, wie bei einer elektrischen Zahnbürste.

Die Technologie existiert bereits: etwa in China. Dort will Müller-Judex nun hin, um eine Straße für elektrische Shuttle-Busse mitzurealisieren. Auch Projekte in Los Angeles und im Silicon Valley sind geplant.

Als nächste Projekte in Deutschland will der Solarpionier eine Testanlage für den Energieversorger RheinEnergie in Köln und einem Parkplatz aus Solarteppich in Recklinghausen in Kürze realisieren, über den auch Autos rollen sollen.

Doch Müller-Judex denkt größer. „Ich will noch viel weitergehen, am liebsten um die ganze Welt.“

Link hier: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/erftstadt-bei-koeln-deutschlands-erster-solar-radweg-oeffnet-a-1237681.html

Das sind die Sieger des Genius Awards

2-format2101 Von der Webseite Handelsblatt

Bei den Genius Awards in Berlin wurden die besten Ideen für eine moderne Mobilität ausgezeichnet. Das sind die Gewinner.

Kategorie „Visionary Reality“: Solmove

Die Technologie des Start-ups beruht auf bewährten Photovoltaikplatten, die mit speziellen belastbaren und rutschfesten Glasplatten kombiniert werden. Mit diesen Solarsteckmodulen können zum Beispiel Straßen oder Radwege belegt werden. Die Glasplatten sind so stabil, dass sogar Autos und Lkws darauf fahren können.
>> Link zum Artikel auf www.handelsblatt.com

Solmove gewinnt den Genius Award des Handelsblattes

Aus über 90 Bewerbern wählte die Jury im August Solmove unter die drei Finalisten in der Kategorie „Visionary Reality“. Am Donnestag den 11.Oktober 18  konnte Solmove Gründer Donald Müller-Judex das Publikum von seiner Vision überzeugen.

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Solmove Solarstraßen: neue Wege statt dreckiger Pfade

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Geht es nach dem Potsdamer Start-Up Solmove, dann liegt ein entscheidender Beitrag zur Energiewende (ausgerechnet!) auf unseren Straßen.

Während sich die einen auf technologischen Auslaufmodellen ausruhen und Wälder für eine Energiegewinnung opfern wollen, die allen Klimazielen widerspricht, versuchen andere umzudenken und tüfteln an einer Alternative, die uns mit nachhaltiger Energie versorgen soll – ganz ohne zusätzlichen Flächenbedarf.

Es sei noch nicht alles perfekt, aber man stehe ja auch am Anfang der Entwicklung, meinte Donald Müller-Judex. Mit seinem Unternehmen Solmove will er Strom erzeugen und zwar mit Solarzellen auf Straßen und Radwegen.

Wie die meisten guten Ideen, wurde auch Solmove aus der Not geboren. Erste Gedanken zur „Straße der Zukunft“ kamen dem gebürtiger Inninger, als er im Allgäu ein freies Dach als Fläche für eine Photovoltaikanlage suchte – und scheiterte: Auf jeder Scheune waren bereits Solarzellen installiert worden – man brauchte alternative Fläche, wollte man nicht unberührten Grund verbauen.

Solmove: „Eine normale Straße kostet Geld, eine Solarstraße verdient Geld.“

Aus Straßen Kraftwerke machen? Kein einfaches Unterfangen. Dennoch war Müller-Judex von Beginn an vom Gelingen überzeugt. Für ihn bergen Solarstraßen die Chance, mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.

Solarstraßen könnten zur Ladestation für Elektroautos und -räder werden – im besten Fall kabellos durch Induktion. Noch futuristischer ist das Kleingedruckte, denn Solarstraßen sollen Lärm absorbieren, im Dunkeln den Weg leuchten, im Winter eisfrei bleiben und am besten durch Datennutzung z. B. Ampelanlagen effizienter steuern.

Hinzu kommt ein ökonomischer Aspekt: Nach Berechnung von Solmove erwirtschaftet eine Solarstraße mit einer Lebensdauer von 25 Jahren den Kommunen jährlich rund fünf bis acht Euro pro Quadratmeter (nach Abzug der Investitionskosten), während sich die Kosten für die Instandhaltung asphaltierter Straßen auf einen Euro pro Quadratmeter und Jahr belaufen.

„Mit einem Kilometer Landstraße könnte man etwa 150 Haushalte mit Strom versorgen.“

Betonmodule, Solarpanele und rutschfestes Sicherheitsglas. Der Aufbau des flexiblen Solarteppichs mag überraschend simpel klingen, da der Teufel jedoch im Detail steckt, sind an der Entwicklung und Verwirklichung unter anderem zwei Fraunhofer Institute, die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule sowie ein Spezialglashersteller aus dem Bayerischen Wald beteiligt.

Das meiste Kopfzerbrechen bereitete die sehr spezielle Oberfläche, denn diese müsse nicht nur leicht installierbar und absolut bruch- sowie rutschfest sein, sondern den größten Kritikpunkt des Unterfangens lösen: die nicht ideale Sonneneinstrahlung auf horizontale Flächen. Dass es jedoch genau darum geht – aus Sonne Strom gewinnen –, scheint den Kritikern ein unüberwindbares Paradox, vor allem da die Module vergleichsweise teuer sind.

Aus diesem Grund sei, laut Solmove, zwar nicht jede Straße gleichermaßen geeignet, dennoch könnten horizontale Solaranlagen pro Quadratmeter rund 100 kWh Strom jährlich produzieren. Ein Kilometer Solar-Landstraße könne so rund 150 Haushalte mit Strom versorgen. Ein erster Test, ein 70 Meter langer Solarradweg in den Niederlanden, übertraf sogar Erwartungen seiner Erfinder von SolaRoad und bescherte der Technologie weltweite Aufmerksamkeit.

Die Eröffnung steht bevor: Erster Solarradweg bei Köln

Kein Wunder, dass auch bei Solmove die Nachfrage nach dem Solarteppich riesig ist. Projekte in Berlin, Hannover und zu den olympischen Spielen 2022 in China sind geplant. Der erste Solarradweg Deutschlands, mit einer Fläche von etwa 240 Quadratmetern, soll im Oktober in Erftstadt bei Köln eröffnet werden.

Dass immer mehr Unternehmen, wie Solar Roadways in den USA, SolaRoad in den Niederlanden und Colas Wattway in Frankreich, daran arbeiten, Kraftwerke unter Straßen und Radwege zu installieren, ist für Müller-Judex ein Zeichen für das Potenzial der Technologie.

Trotzdem mögen geplante Solarradwege für den ein oder anderen Radfahrer angesichts der in vielen Städten noch immer katastrophalen Radwegsituation einen fahlen Beigeschmack haben. Die Frage, ob mit den Investitionen in Solarradwege nicht der zweite vor dem ersten Schritt gegangen wird, ob das Geld nicht sinnvoller in einem konsequenten Ausbau der Radinfrastruktur angelegt wäre, ist sicher nicht unberechtigt.

Doch vielleicht geht es bei dem Projekt um mehr. Vielleicht sind Solarstraßen auch das Signal, das viele Menschen angesichts eines zu oft noch rückgewandten Klimakurses (siehe Hambacher Forst) brauchen, um den Glauben an ein Gelingen der Klimawende nicht zu verlieren.

LINK hier: https://utopia.de/solmove-solarstrassen-106414/

Solmove eröffnet den ersten Solar-Radweg

Ein Straßenbelag, der Strom aus Sonnenlicht erzeugt, Schall schluckt, Stickoxide abbaut, im Winter Eis abtaut, wertvolle Daten zur Verfügung stellt und E-Mobile mit Strom versorgt. Klingt irgendwie nach der eierlegenden Wollmilchsau? Gibt es aber wirklich! Das „Voltstreet“-Konzept unseres Partner-Projekts Solmove wurde mehrfach ausgezeichnet und wird im Oktober auf einem Radweg bei Köln installiert.

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Die Idee zur Solarstraße ist im Allgäu entstanden. Donald Müller-Judex, Gründer der ambitionierten Unternehmung, fuhr auf der Suche nach einem freien Dach für Solarmodule drei Tage über Land. Doch alle Dächer waren bereits mit Solarmodulen belegt. Etwas anderes jedoch war leer und sonnenbeschienen: Die vielen Straßen, über die er rollte. Damit war die Idee geboren, dieses „horizontale“ Potenzial zu nutzen und smarte Straßen zu entwickeln. Würde man die Straßen nicht nur als Verkehrsadern, sondern gleichzeitig auch als Sonnenstromlieferanten nutzen, könnte genug sauberer Strom produziert werden, um 20 Millionen E-Autos ohne neuen Flächenverbrauch anzutreiben – das ergab eine erste Rechnung. Doch die Solarstraßen sollten noch mehr können: E-Mobile nicht nur mit Strom, sondern auch mit Daten versorgen. Und nebenbei das Befahren der Straße leise, sauber und komfortabel machen.

Die Firmengründung von Solmove folgte 2014. Im Forschungsverbund mit zwei Fraunhofer Instituten, zwei Universitäten und weiteren Experten ist aus der ursprünglichen Idee ein multifunktionaler „Solarteppich“ entstanden, der Photovoltaik- Zellen, LEDs und später auch Sensorik beinhaltet. Das modular aufgebaute System wird einfach per Klicksystem elektrisch verbunden und auf vorhandene Flächen wie Straßen und Wege geklebt. Der erzeugte Strom wird dann ins Netz eingespeist oder direkt vor Ort genutzt. Später sollen sich E-Fahrzeuge den Strom via Induktion aus der Straße „saugen“ (beim Parken funktioniert das kabellose Laden bereits). Zudem enthält der Belag von Solmove eine Schallreduzierung, Licht und Heizung. Vor allem unter nachhaltigen Aspekten interessant: Die Module sind so robust gebaut, dass sie 20-25 Jahre halten sollen. Und auch die Demontage ist bereits organisiert: Der Belag kann wie herkömmlicher Asphalt weggefräst werden, das Granulat ist zu 95 Prozent recyclingfähig.

Die ersten Gläser sind fertig

Aus der Straße wird Strom- und Datennetz: Smart-Solar-Streets

Aus dem Straßennetz wird mit dem multifunktionalen Belag perspektivisch ein Stromnetz und – auch das ist neu – ein Datennetz. Die integrierte Sensorik macht die Straße „fühlend “, indem Echtzeitdaten von Fahrzeugpositionen gewonnen werden und so z.B. Verkehrsflüsse schlau geleitet und Ampelanlagen intelligent gesteuert werden können.

Zusätzlich entwickelt Solmove eine Plattform, über die unterschiedliche Provider Services anbieten können. Über die 3S (Smart-Solar-Street) -Plattform sollen Energieversorger, Betreiber von Ladeinfrastruktur, Big Data-Anwendungen, Verkehrssteuerung, Flottenmanagement, Parkrauminhaber, Zahlungsdienstleister und andere angeschlossen werden. So könnte es z.B. möglich sein, dass ein Handwerksbetrieb über die Plattform Lastenfahrräder bucht oder ein Anbieter von Ladestationen für Wechselakkus, dessen Stationen bei einem großen Lebensmitteldiscounter aufgestellt sind, über das 3S-System seine Stationen monitoren und Kunden verwalten kann.

Demnächst mit dem Rad über die Solarstraße gleiten

Im August 2018 wurde die Produktion der Solarmodule gestartet: „Zum ersten Mal sind Solmove-Gläser maßgenau und tonnenweise vom Band gelaufen. Daran und dafür haben wir zwei Jahre gearbeitet und freuen uns sehr darüber, dass wir nun genug Gläser für den ersten solaren Radweg und die weiteren Projekte haben. Wenn alles gut läuft, dann wird die Bundesministerin für Umwelt den Radweg bei Köln im Oktober eröffnen“, so Müller-Judex.

Der Radweg in der Nähe von Köln wird 90 Meter lang sein, finanziert ist der Radweg teilweise vom BMU (Bundesministerium für Umwelt). Die Eröffnung steht kurz bevor.

Der Weg ist das Ziel

Aktuell erhält Solmove mehr Nachfragen nach der smarten Solarstraße, als bedient werden können. Und das nicht ohne Grund, denn neben vielen Vorteilen scheint sich der Solarbelag laut Solmove auch noch zu rechnen: eine herkömmliche Straße verursacht jährliche Kosten von einem Euro pro Quadratmeter, mit einer Solarstraße lassen sich mit dem Stromertrag rund 3 bis 5 Euro pro Quadratmeter jährlich verdienen.

Das Team hinter Solmove hat Großes vor: „Erfolg haben wir dann, wenn wir hunderte Kilometer Straße in Kraftwerke umwandeln, dadurch tausende Tonnen CO2 einsparen, Millionen Menschen nachhaltig mit dem E-PKW darüber fahren und wir perspektivisch Milliarden US-Dollar Rohöleinkäufe überflüssig machen. Ideal wäre es, wenn 190 Länder dieser Welt mit Solarstraßen energieautonom sein könnten und somit zumindest eine Motivation für Kriege entfällt, “ sagt Donald Müller-Judex.

Auch in anderen Ländern wird an Solarstraßen gearbeitet, wie z.B. SolaRoad (Niederlande), Wattway (Frankreich), Platio (Ungarn), Solar Roadways (USA) und Pavenergy (China). Was Solmove unterscheidet ist seine smarte Multifunktionalität und die schnelle Verlegung. Alle Anbieter sind, genauso wie Solmove, am Beginn einer noch Jahre dauernden Entwicklung. Besonders spannend ist aktuell die Frage, wie sich die Straßen unter Langzeitbelastung verhalten werden.

RESET unterstützt im Rahmen von Green Impact Finance Solmove auf dem Weg zu einer erfolgreichen Finanzierung und einem nachhaltigen Geschäftsmodell. Wir freuen uns, dass es losgeht!

Wer an der Weiterentwicklung der Solarstraße mitwirken möchte: Solmove ist aktuell auf der Suche nach einem Software-Architekten. Infos zur Stellenausschreibung hier.

LINK hier: https://reset.org/blog/solmove-eroeffnet-den-ersten-solar-radweg-09132018