Erster Solar-Radweg Deutschlands

28. November 2018

In Erftstadt, 20 Kilometer von Köln entfernt, wurde Mitte November der erste Solar-Radweg Deutschlands eröffnet. Die 90 Meter lange Teststrecke besteht aus kleinen Solarzellen, umgeben von einer Glasfliese, die durch ihre Noppenstruktur eine rutschfeste Oberfläche zum Fahrradfahren bieten. Jährlich sollen damit 12 bis 16 Megawattstunden Solarstrom erzeugt werden. Außerdem lässt sich die Fläche durch die Sonnenenergie mit eingebauten LEDs beleuchten und im Winter erwärmen. 

Solmove Solarradweg Erftstadt 12.11.2018

Um das Potenzial von Radwegen und Straßen für die Stromerzeugung nutzbar zu machen, gründete Ingenieur Donald Müller-Judex 2014 das Start-Up Solmove. Mit zurzeit nur zwei Mitarbeitern hat es seinen Sitz in Potsdam. Etwa zwei Jahre haben die Vorbereitungen für den Solar-Radweg gedauert. Für die Entwicklung der innovativen Technologie arbeitete das Unternehmen im Forschungsverbund mit zwei Fraunhofer-Instituten, der RWTH Aachen, der Universität Bayreuth und dem Forschungszentrum Jülich. Mit der kommunalen Unterstützung von Erftstadt gewannen sie im ausgeschriebenen Bundeswettbewerb „Klimaschutz durch Radverkehr“ der Nationalen Klimaschutzinitiative eine Projektförderung von 784.00 Euro.

An der Eröffnung Mitte November nahm auch die Bundesumweltministerin Svenja Schulze teil. Die Energieagentur NRW berichtet von der Probefahrt der Ministerin trotz des schlechten Wetters. „Bei dem Regen können wir auf jeden Fall schon jetzt feststellen, dass dieser Belag rutschfest ist“, stellte Schulze fest. „Mit solchen Angeboten wollen wir erreichen, dass das Rad zunehmend eine attraktive Alternative vor allem zur Fortbewegung mit dem Auto wird.“

Besonders die Kosten des Radwegs haben die Aufmerksamkeit der Medien erregt. Der Spiegel etwa weist auf die Lage von Erftstadt hin, welche nur eine halbe Stunde vom Hambacher Forst entfernt ist: „Das macht Erftstadt auch zu einem politischen Ort. Er zeige die beiden Enden dessen, was möglich sei, sagte Müller-Judex. Das Gestern und das Morgen.“ Nennen will Müller-Judex den genauen Preis der Teststrecke jedoch nicht. „Wir streben einen Preis von 250 Euro pro Quadratmeter an – derzeit liegen wir aber noch deutlich höher.“ Dennoch sind bereits weitere Projekte in Deutschland geplant. Unter anderem soll ein Parkplatz aus Solarzellen in Recklinghausen realisiert werden.

Das Süddeutsche Zeitung Magazin berichtet von der Unterstützung eines chinesischen Investors bei dem Projekt. Nach der Prognose von Solmove soll sich die Lebensdauer des Radwegs auf 25 Jahre belaufen. Nach etwa 14 Jahren kann die Kommune dann durch die Stromerzeugung Geld verdienen. Hingewiesen wird hier auch auf die Entscheidung von Müller-Judex, dass er mit dem Start-Up nicht in seiner Heimat blieb. Bayern sei „bei technischen Innovationen immer ein bisschen träge und schlapp (…), aber in Berlin tut sich was“.

Die Deutsche Welle berichtet über Vandalismus an einigen Glasfliesen bereits vor der Eröffnung des Radwegs. „Kritiker des Projekts meinen, mit dem vielen Geld ließen sich zahlreiche herkömmliche Radwege bauen oder renovieren.“ Müller-Judex entgegnet den Kritikern, dass die staatliche Förderung eines solchen Projekts im Vergleich zu anderen Ländern tatsächlich eher gering war: „Unsere Förderung macht ungefähr ein Zehntel davon aus, was in Frankreich oder China zur Verfügung steht“.

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.

Link:https://www.unendlich-viel-energie.de/erneuerbare-energie/sonne/photovoltaik/erster-solar-radweg-deutschlands

Mit dem Fahrrad über Solartechnik flitzen

Meldung vom 14.11.2018
Erster Solar-Radweg Deutschlands in Erftstadt eröffnet.

In Erftstadt bei Köln ist jetzt der erste Solar-Radweg Deutschlands eingeweiht worden. Es handelt sich um eine Teststrecke von 90 Metern Länge im Stadtteil Liblar. 150 besonders bruch- und rutschfeste Solarmodule wurden dafür zusammengesteckt und auf den Asphalt eines bestehenden Radweges verlegt. Der neuartige von der Solmove GmbH entwickelte Fahrbahn-Belag erzeugt Strom, absorbiert Lärm und kann im Winter auch Schnee abtauen.
Mit der Eröffnung des Fahrradweges wurde in Erftstadt die Premiere einer neuen Technologie gefeiert, denn erstmalig in Deutschland wird damit solare Energie auf öffentlichen Wegen erzeugt. Die Einweihung des Solar-Radweges nahm Bundesumweltministerin Svenja Schulze vor. „Der Trend zum Radfahren ist ungebrochen. Mit dem Solar-Radweg setzen wir auf eine innovative Technologie, die zugleich Strom erzeugen und im Winter das Eis abtauen kann, um ein sicheres Radfahren zu ermöglichen. Mit solchen Angeboten wollen wir erreichen, dass das Rad zunehmend eine attraktive Alternative vor allem zur Fortbewegung mit dem Auto wird“, sagte die Ministerin.
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Bundeswettbewerb „Klimaschutz durch Radverkehr“
Der Solar-Radweg ist Teil des Projektes „Infrastrukturring Liblar – Wandel der Mobilitätsstruktur“ aus dem Bundeswettbewerb „Klimaschutz durch Radverkehr“ der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI), das mit rund 784.000 Euro gefördert wird. „Die Stadt möchte mit der Teststrecke auf dem Radweg zeigen, dass jede Kommune sauberen Strom produzieren kann, ohne das Landschaftsbild zu stören“, erklärte Erftstadts Bürgermeister Volker Erner.

Die Solmove GmbH, ein Start-up aus Potsdam, hat die Solarmodule gemeinsam mit der RWTH Aachen und weiteren Forschungspartnern entwickelt. Vordenker der Module und Gründer des Start-ups ist Donald Müller-Judex. „Die Teststrecke umfasst eine Fläche von 200 Quadratmetern. Wir erwarten, dass auf dieser bis zu 16.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr produziert werden. Das entspricht etwa dem Jahresverbrauch von vier Haushalten“, erklärte er. Eine spezielle Noppenstruktur des ausgeklügelten Belags sorgt für eine wasserableitende Struktur, die der Verschmutzung der Solaroberfläche entgegenwirken soll. Wie gut das alles bei alltäglicher Belastung und Witterung auf Dauer funktioniert, das wird sich nun auf der Teststrecke in Erftstadt erweisen und soll natürlich genau beobachtet werden. „Wir haben vier Jahre für diese Eröffnung gearbeitet. Wir sind total gespannt, wie das alles funktionieren wird“, sagte Müller-Judex.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze ließ sich beim Einweihungstermin auch vom einsetzenden Regen nicht davon abhalten, den Solar-Radweg gleich auszuprobieren und schwang sich daher auf ein für sie bereitstehendes Fahrrad. Gemeinsam mit Müller-Judex und Bürgermeister Volker Erner radelte sie über die Teststrecke. „Bei dem Regen können wir auf jeden Fall schon jetzt feststellen, dass dieser Belag rutschfest ist“, erklärte die Ministerin zufrieden.
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Link: https://www.energieagentur.nrw/solarenergie/mit_dem_fahrrad_ueber_solartechnik_flitzen

Der Weg in die Zukunft

In der Nähe von Köln wird die erste Solar-Straße Deutschlands eröffnet. Sie kann Strom spenden, Lärm schlucken und im Winter das Eis schmelzen. Noch ist die Produktion teuer – doch irgendwann lässt sich mit diesem Untergrund sogar Geld verdienen.
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Donald Müller-Judex steht in seiner herbstlichen Daunensteppjacke auf einem kleinen Feldweg bei Köln, deutet auf ein paar Büsche hinter sich und sagt voll Vorfreude: »Jetzt wird’s spannend!« Hinter ihm legen gerade drei Fliesenleger aus einem örtlichen Handwerker-Betrieb die originellsten Fliesen, die sie je gelegt haben: dunkelblaue Solarmodule, jedes einzelne so groß wie ein Bierdeckel. Zusammen wird der Fliesenteppich die erste Solarstraße Deutschlands bilden. »Es kommt schon Strom raus«, stellt Müller-Judex, 56, stolz fest. Jeder Quadratmeter liefert 80 Kilowattstunden pro Jahr, bei den 200 Quadratmetern Radweg also insgesamt 16000 Kilowattstunden, die in das örtliche Stromnetz eingespeist werden.

Bisher sind es nur 90 Meter Radweg, aber es soll ein Weg in die Zukunft werden: Die erste Solarstraße Deutschlands kann Strom spenden, Lärm schlucken, sich später nachts beleuchten, im Winter das Eis wegheizen und sogar mitdenken. Die Oberfläche ist aus Monokristallinen, eingebaute Sensoren könnten bei größeren Straßen einmal Verkehrsströme messen und damit zum Beispiel Ampelschaltungen optimieren. Für das Ziel 100 Prozent erneuerbare Energien reichten die Dachflächen einfach nicht aus, sagt Müller-Judex, also müsse man die vorhandenen Asphaltflächen nachhaltig nutzen. Einen Seitenhieb auf die Energieriesen kann er sich nicht verkneifen. »Wir liegen hier vielleicht 80 Kilometer vom Hambacher Forst entfernt. Das muss mal jemand RWE erzählen, die glauben nämlich immer noch, sie müssten Wälder abholzen, um Strom zu erzeugen. Es geht auch anders.«

Im Forschungsverbund mit zwei Fraunhofer Instituten, der RWTH Aachen, der Universität Bayreuth und dem Forschungszentrum Jülich entwickelten Müller-Judex und seine kleine Firma Solmove einen »mulitfunktionalen Solarteppich«, dessen Fliesen sich einklicken und verbinden. »Wir mussten einen Spagat hinkriegen, denn die Straße muss belastbar und rutschfest sein.« Das Noppenprofil vergleicht Müller-Judex mit einem Mikrogebirge: »In den Tälern sammelt sich der Schmutz, da fließt auch das Wasser, das den Schmutz wieder mitnimmt«, erklärt er. »Auf den Bergkuppen wird der Autoreifen gehalten. Diese Kuppen sind mit Korund besetzt, einem besonders riebfesten Gestein, das in der Härteskala direkt hinter dem Diamanten liegt.« Eine  Spezialglas-Manufaktur im Bayerischen Wald fertigt die Gläser. Im Labor halten die Glasfliesen das Gewicht von eineinhalb Lastern aus, nun beginnt der Praxistest.

Am 12. November wird der Radweg mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze offiziell eröffnet. Warum ausgerechnet in Erftstadt? Weil die Erftstädter insgesamt ein überzeugendes Radweg-Konzept vorgelegt haben und damit auch Bundesförderung für die Solarfliesen gewannen. Wenn es um den finanziellen Aufwand geht, druckst Müller-Judex wegen der hohen Entwicklungskosten etwas um die harten Zahlen herum: »Der erste Mikrochip hat schließlich auch 10 Millionen Dollar gekostet. Wenn man damals gesagt hätte, das ist zu teuer für PCs, hätten wir heute alle keine Computer.« Wenn die Sonnenstraße wie prognostiziert 20 bis 25 Jahre hält, würden die Erftstädter in den letzten zehn Jahren durch den erzeugten Strom sogar Geld verdienen. »Eine normale Straße kostet Geld, eine Solarstraße verdient Geld«, verspricht Müller-Judex. Jedenfalls habe er, auch mit eigenem Kapital und der Hilfe eines chinesischen Investors, dafür gesorgt, »dass für die Erftstädter eine schwarze Null rauskommt«.
In den Wochen zuvor haben Bauarbeiter Schächte gebaut und 150 Module verlegt. Solmove hat eine Schaltung eingebaut, damit die Solarzellen im Winter erwärmt werden können. »Ergibt das ökologisch Sinn im Winter, Flächen zu beheizen?«, hat sich Müller-Judex gefragt, und durchgerechnet: »Es ist deutlich günstiger als ein Winterdienst.«

 

»Das Straßennetz in Deutschland, ohne die Autobahnen, würde reichen, um 20 Millionen Elektroautos zu versorgen«

                                                                                          Donald Müller-Judex

 

Auf die Idee kam Müller-Judex, als er vor knapp zehn Jahren im Allgäu Flächen für Photovoltaikanlagen suchte. Alle geeigneten Dächer waren schon belegt. »Warum nutzen wir nicht die Straße, die liegt doch in der Sonne?«, dachte sich der gelernte Maschinenbauer und Ingenieur und begann, an Solarfliesen zu tüfteln. Er sieht in Deutschland 1,4 Milliarden Quadratmeter Potenzial: »Das Straßennetz in Deutschland, ohne die Autobahnen, würde reichen, um 20 Millionen Elektroautos zu versorgen.« Straßen und Parkplätze haben den Vorteil, dass sich Elektroautos damit automatisch aufladen lassen, per Induktion ohne Steckdose. Sie saugen den Strom quasi aus den Photovoltaikzellen. Das Verfahren funktioniert bereits, allerdings noch nicht besonders gut.

Eigentlich ist Müller-Judex nicht nur Ingenieur und Autodidakt, sondern auch Journalist, hat zuletzt für Stern TV gearbeitet, aber dann wollte er »was Seriöses« machen. Seine erste Startup-Idee, ein Bezahlsystem für Handys, kam 13 Jahre zu früh. Aus dem bayerischen Inning am See, wo er noch wohnte, als er Solmove 2014 gründete, ist er inzwischen weggezogen, weil – das wird der Bavaria-One-Visionär Markus Söder nicht gern hören – »Bayern bei technischen Innovationen immer ein bisschen träge und schlapp ist, aber in Berlin tut sich was«.

Er träumt davon, eine Straße für elektrische Shuttle-Busse in China zur nächsten Olympiade und einen Teil der Weltausstellung in Dubai zu befliesen, hat gerade eine Potenzialanalyse mit der Deutschen Bahn abgeschlossen (»33 000 Kilometer Bahnstrecke!«, schwärmt er), baut eine Testanlage in Köln für Rheinenergie und einen Parkplatz für eine westfälische Firma, einen Radweg für eine Softwarefirma im Silicon Valley, eine Testanlage bei Los Angeles und verhandelt mit den Parkwächtern von New York. Ab nächstem Jahr sollen auch normale Häuslebauer und Firmen Fliesen für ihre Parkplätze bestellen können. »Wir werden von Anfragen überrollt«, sagt Müller-Judex – dabei besteht seine Firma aus nur zwei Mitarbeiten.

Es gibt auch internationale Konkurrenz mit ähnlichen Ideen in China, Amerika, Frankreich und Holland. Frankreich und Holland haben bereits kleine Teststraßen. Deren Systeme haben allerdings alle den Nachteil, dass dafür bestehende Straßen aufgefräst werden müssen. Die Fliesen von Solmove dagegen kann man auf die vorhandenen Wege aufkleben, weil der flexible Fliesenteppich kleine Unebenheiten im Boden ausgleicht.

Ob das alles so funktioniert, wie es der Visionär hofft, ob also die Solarmodule trotz Herbstlaub und Novemberschlamm Strom liefern, ob die Querrillen wirklich den Schmutz abfließen lassen, ob die Straße tatsächlich rutschfest und so belastbar ist wie im Labor, das wird sich erst in den nächsten Monaten und Jahren zeigen. »Das erste Flugzeug war aus Holz und Stoff«, vergleicht Müller-Judex den Forschungsstand. »Wenn man sich den Anteil von Holz und Stoff in einem modernen Flugzeug ansieht, weiß man, wieviel Entwicklung da stattgefunden hat. So ähnlich wird es hier auch sein. Wir stehen ganz am Anfang.«

Müller-Judex ist jedenfalls überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein. Buchstäblich. »Jemand, der sich mit dem Klima auseinandersetzt, weiß, dass wir gerade mächtig aus der Kurve fliegen«, sagt er und redet sich in Rage bei dem Gedanken, »wie viele Millionen wir jedes Jahr nach Saudi-Arabien überweisen, um Öl einzukaufen. Unsere Enkel werden uns das mal ganz fett aufs Brot schmieren. Da müssen wir sagen: Wir haben’s gewusst, aber nichts gemacht.«

Den Vorwurf kann ihm garantiert keiner machen.

Link: https://sz-magazin.sueddeutsche.de/die-loesung-fuer-alles/der-weg-in-die-zukunft-86314

Innovationspreis Berlin-Brandenburg Wenn die Straßen Strom erzeugen

Solarwege, Leuchtbeton und eine Schul-Cloud: Zehn Ideen konkurrieren um den „Innovationspreis Berlin Brandenburg“.
von LEONHARD ROSENAUER
 
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Straße der Zukunft erzeugt Energie

Ein smarte Alternative zu Beton entwickelt auch Solmove. Die Solarmodule des Unternehmens können auf Rad-, Fußwegen oder Straßen verlegt werden. Die Stabilität ist so hoch, dass sogar Lkws über die Platten fahren können. Der gewonnene Solarstrom kann ins Stromnetz eingespeist werden, soll in Zukunft aber auch induktiv, also ohne Kabel, an E-Autos, die darauf fahren, abgegeben werden können. „Damit können bereits vorhandene Flächen zusätzlich für die Energieerzeugung genutzt werden“, so Gründer Donald Müller-Judex.

Den ersten Radweg gibt es bereits in Erftstadt bei Köln. Weitere Solar-Straßen-Projekte sind in Berlin geplant. Müller-Judex hat schon jetzt weitere Ideen für Anwendungsmöglichkeiten der Panel, so könne man „die Platten auch erwärmen, um im Winter den Schnee wegzutauen.“ Schnee schippen muss in der Stadt der Zukunft dann auch keiner mehr.

Link: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/innovationspreis-berlin-brandenburg-wenn-die-strassen-strom-erzeugen/23597140.html

Deutschlands erster Solarweg – Die Straße der sonnigen Zukunft

Er spendet Strom, schluckt Lärm und bringt Eis zum Schmelzen: In der Nähe von Köln eröffnet der erste Solarweg des Landes. Das sündhafte teure Projekt erzählt von Visionen.

Von Florian Gontek
Deutschlands erste Solarstraße nahe Köln
Es sind nur 90 Meter. Für Donald Müller-Judex bedeuten diese 90 Meter, gepflastert aus 150 dunkelblauen Solarmodulen, gerade die Welt. “Es ist ein bisschen wie ein erster Schritt auf dem Mond”, sagt er, “aber es ist auch nur ein Schritt.”

Müller-Judex, 56, Ingenieur und Maschinenbauer, der lange Journalist war und drei Firmen gründete, ist ein Visionär. In den vergangenen vier Jahren hat er sich einen Traum verwirklicht: Er hat den ersten Solarweg Deutschlands konstruiert. Einen, der Geld verdient – auch wenn es erst einmal nur 90 Meter Radweg sind. In den Niederlanden gibt es seit 2014 einen.

Etwa 16.000 Kilowattstunden speist der neue Weg in Deutschland pro Jahr ins örtliche Stromnetz ein. Das ist in etwa so viel, wie vier vierköpfige Familien in einem Jahr verbrauchen. Der 200 Quadratmeter große Fliesenteppich absorbiert außerdem Lärm und braucht keinen Winterdienst: Die Solarzellen können Widerstandswärme erzeugen, wenn sie selbst mit Strom versorgt werden. Glatteis kann so verhindert werden. Das kostet Geld, was aber zurückgezahlt wird, sobald die Sonne scheint.

In den Solarteppich eingebaute Sensoren könnten bei größeren Straßen einmal Verkehrsströme messen und damit helfen, Ampelschaltungen zu optimieren oder autonome Fahrzeuge vor Eisglätte zu warnen. Anders als bei vorhandenen Solarstraßen – eine der ersten wurde 2016 in Frankreich eröffnet – klebt man den Teppich aus Solarmodulen einfach auf die vorhandenen Flächen und muss diese nicht auffräsen.

Struktur wie bei einem Gebirge im Miniaturformat

Dass er einmal den ersten Solarweg des Landes bauen würde, hätte Müller-Judex vor etwa zehn Jahren auf einer sonnigen Landstraße Im Allgäu nicht zu denken gewagt. Damals war er auf der Suche nach freien Dachflächen für Solarmodule. Es gab keine mehr, obwohl die Solartechnik – anders als heute – wenig ausgereift war. “Ich bin drei Tage über breite, einsame und sonnenbeschienene Straßen gefahren. Großartige, potenzielle Solarflächen, die ungenutzt blieben – und ich dachte mir: warum eigentlich?”

Müller-Judex tüftelte, gründete 2014 seine Berliner Firma Solmove – und investierte viel Geld. “So ziemlich alles, was ich damals hatte”, sagt er. Heute beschäftigt er zwei Mitarbeiter. Damals hatte er auch Freunde und Verwandte um finanzielle Hilfe bitten müssen – und begann etwas zu entwickeln, das es bis dahin nicht gab. Einen “multifunktionalen Solarteppich”, wie Müller-Judex es nennt.

Im Forschungsverbund mit zwei Fraunhofer-Instituten, der RWTH Aachen, der Universität Bayreuth und dem Forschungszentrum Jülich galt es, drei unterschiedliche Welten zu vereinen: die von Lichtdurchlässigkeit, Belastbarkeit und Rutschfestigkeit. Müller-Judex sagt: “Wir haben entwickelt, gemessen, probiert und heute ein Ergebnis, mit dem wir fürs Erste sehr zufrieden sind.”

Donald Müller-Judex, CEO von Solmove
Donald Müller-Judex, CEO von Solmove

Die Noppenstruktur des Bodens vergleicht Müller-Judex mit der eines Gebirges. “In den Tälern sammelt sich der Dreck, dort fließt auch das Wasser, das den Schmutz wieder mitnimmt. So versuchen wir, den Verlust durch verdreckte Module möglichst gering zu halten.” Die Bergkuppen halten den Reifen. Sie sind mit Korund besetzt, ein abriebfestes und hartes Mineral. Das Tal hat eine andere Funktion: “Es absorbiert den Schall und verhindert durch seine Tiefenstrukturen Aquaplaning.”

Das Glas stammt aus einer Fabrik in Brandenburg. Bei den Tests im Labor hielt es der Belastung von eineinhalb LKW stand. Nun muss es beständig genug sein, um extremen Umwelteinflüssen zu trotzen. Ein weiteres Problem des Solarweges war die hohe elektrische Spannung. Um der deutschen Straßenbaunorm zu entsprechen, musste eine spezielle Konvertertechnologie her. Nun fließen nur noch 30 Volt durch die Module, sie sind ungefährlich für Mensch und Tier.

Erftstadt als Gegenentwurf zum Hambacher Forst

Nach der Test- und Tüftelphase beginnt nun die Praxis. Am Montag kommt Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) zur Eröffnung des Solarweges nach Erftstadt, 20 Kilometer südwestlich von Köln. Die 50.000-Einwohner-Stadt hatte sich mit einem aufwendigen Radwegkonzept beim Bund beworben und Förderung für die Solarfliesen erhalten. Der Hambacher Forst, um den sich der Energiekonzern RWE und Braunkohlegegner zuletzt energisch stritten, liegt nur etwas mehr als eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt. Das macht Erftstadt auch zu einem politischen Ort. Er zeige die beiden Enden dessen, was möglich sei, sagte Müller-Judex. Das Gestern und das Morgen.

Dass das Morgen extrem teuer ist, gibt der Entwickler zu. Die Projektkosten sind hoch. Genaue Zahlen möchte der Unternehmer nicht nennen. Er sagt aber: “Wir streben einen Preis von 250 Euro pro Quadratmeter an – derzeit liegen wir aber noch deutlich höher.”

Politisch sieht Müller-Judex für seine Idee in Deutschland eher Gegen- als Rückenwind. Er glaubt jedoch an das Potenzial der Technologie, das er mithilfe von Investoren realisieren will: “Das Straßennetz in Deutschland, ohne die Autobahnen, würde reichen, um 20 Millionen Elektroautos zu versorgen”, sagt er. Solarstraßen- und Parkplätze böten die Möglichkeit, dass sich Elektroautos auch automatisch aufladen lassen – per Induktion, wie bei einer elektrischen Zahnbürste.

Die Technologie existiert bereits: etwa in China. Dort will Müller-Judex nun hin, um eine Straße für elektrische Shuttle-Busse mitzurealisieren. Auch Projekte in Los Angeles und im Silicon Valley sind geplant.

Als nächste Projekte in Deutschland will der Solarpionier eine Testanlage für den Energieversorger RheinEnergie in Köln und einem Parkplatz aus Solarteppich in Recklinghausen in Kürze realisieren, über den auch Autos rollen sollen.

Doch Müller-Judex denkt größer. “Ich will noch viel weitergehen, am liebsten um die ganze Welt.”

Link hier: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/erftstadt-bei-koeln-deutschlands-erster-solar-radweg-oeffnet-a-1237681.html

Solmove wins the Berlin climate protection award 2018

Solmove’s solar cycle path in Berlin’s Gleisdreieck Park won the “Promising Innovative Planning” – Climate Protection Partner of the Year Award 2018.

Vattenfall Head of Heating Gunther Müller praised the company in its laudation: “We must understand the energy transition as a holistic task – change in electricity, heat and transport. Solmove’s solar roads concept show how this can work. ”

The alliance “Climate Protection Partner Berlin” is an association of the Berlin Chamber of Architects, Berlin Chamber of Construction, BBU Association Berlin-Brandenburg housing company e.V., Handwerkskammer. https://group-prod.vattenfall.de/newsroom/blog-news-presse/news/2018/mai/klimaschutzpartner-des-jahres-2018-ausgezeichnetSieger der Kategorie "Erfolgversprechende innovative Planungen" im Wettbewerb "Klimaschutzpartner des Jahres" ging an die SOLMOVE GmbH mit dem Projekt eines Solarradwegs im Gleisdreieckpark. © Wunderbare Tage - Ines Meier Fotografie

Solarstreets: A new solar solution for Piccard

Solmove is now part of the Solar Impulse Foundation. Solmove  showed Pioneer Bertrand Piccard the potential of solar streets at a construction conference, the Aeschlimann AG, in Switzerland. Founder Donald Müller-Judex was proud to explain the advantages of solar roads to the aviation pioneer and climate protector.DMJ 20180426 6 Bertrand Piccard klein

VDI Nachrichten: Die Energie kommt von der Straße

Die Energie kommt von der Straße

Module, die auf Straßen und Parkplätzen wie ein Rollrasen verlegt werden, entwickelt das junge Unternehmen Solmove. Die erste Teststrecke soll im Frühjahr gebaut werden.

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Foto: Solmove

Der „Solarteppich“ von Solmove kann auf Radwegen, Fahrbahnen, Parkplätzen und Garagenzufahrten ausgerollt werden.

Als Donald Müller-Judex 2009 im Allgäu Flächen für Photovoltaikanlagen suchte, waren alle geeigneten Dächer besetzt. Freiland zubauen wollte der Maschinenbauer und Ingenieur für Medientechnik jedoch nicht. „Warum nicht die Straßen nutzen? Darauf scheint auch den ganzen Tag die Sonne“, sagte er sich. Bis er 2014 die Solmove GmbH mit Sitz in Berlin gründete, vergingen fünf Jahre. 2018 will er nun die ersten Solar-Teststrecken in Deutschland, den USA, Südkorea, China und Dubai bauen.

Solmove GmbH

Bereits versiegelte Flächen können auf die Weise doppelt genutzt werden: Allein in Deutschland stünden 1,4 Mrd. m2 zur Verfügung, so der Ingenieur. Der „Solarteppich“ soll auf wenig verschatteten Radwegen, Seitenstreifen, Parkplätzen oder zwischen Bahngleisen ausgerollt werden. „Er besteht aus ganz vielen kleinen Glasfliesen, je 10 cm x 10 cm“, erklärt Müller-Judex. „Jede Fliese ist eine Solarzelle, die mit einem Gewebe elektrisch und mechanisch mit den anderen flexibel verbunden ist.“ Eine Gummischicht absorbiert Schall und verbindet Teppich und Untergrund.

Für die Energieproduktion nutzt Solmove bewährte monokristalline Zellen, die im Glassandwich stecken. An der Oberfläche entstehen maximal 30 V. Diese Begrenzung soll Gefahren im Fall einer Beschädigung ausschließen. Der Strom wird am Rand gesammelt und in eine höhere Spannung konvertiert. Befahrbar wird die Oberfläche durch das besondere bruch- und rutschfeste Sicherheitsglas. „Darauf kann ein Lkw eine Vollbremsung machen“, sagt der Gründer.

Foto: Solmove

Solmove-Gründer Donald Müller-Judex: „Eine normale Straße kostet Geld, eine Solarstraße verdient Geld.“

Möglich macht es eine Oberflächenstruktur, die wie ein Mikrogebirge aussieht. „Auf den Bergspitzen wird der Autoreifen gehalten, an den Hängen das Licht eingekoppelt und in den Tälern sammelt sich der Schmutz und wird vom Wasser abtransportiert“, schildert Müller-Judex. Das genoppte Glas leite das Wasser um ein Vielfaches besser ab als herkömmliche Straßenbeläge. Deshalb reinige sich die Fläche selbst, was den Stromertrag auf Dauer sichere. Dreck und Splitt können sie mit der Zeit nicht matt machen. Eine Nanobeschichtung werde zudem künftig Stickoxide abbauen. Müller-Judex: „Bei Lichteinfall entsteht ein photokatalytischer Effekt, der die Partikel zersetzt.“ Bei der Entwicklung der Module haben Forschungspartner geholfen: Fraunhofer-Institute, die RWTH Aachen, die Universität Bayreuth und das Forschungszentrum Jülich.

„Eine normale Straße kostet Geld, eine Solarstraße verdient Geld“, wirbt Solmove: nach Abzug der Investitionskosten 5 € bis 8 € pro Quadratmeter und Jahr. Im sonnenarmen Deutschland erzeugt der Belag pro Quadratmeter ca. 100 kWh Strom jährlich und hält rund 25 Jahre lang. Mit der Stromerzeugung könnten Kommunen einen Teil ihrer Investitionen in Straßenbau- und sanierung wieder hereinholen. Die Technologie bietet aber mehr Chancen: Radwege mit eingebauten LED beleuchten, im Winter ohne Salz auftauen, durch installierte Sensorik das Verkehrsaufkommen besser steuern oder mit Induktionsschleifen E-Fahrzeuge aufladen. Diese Ausstattung könnte künftig ab Werk eingebaut werden.

Die Module will Solmove mithilfe von Industriepartnern produzieren. Das Geschäftsmodell sieht vor, an Kommunen, Gewerbetreibende oder an Hauseigentümer zu verkaufen, die mit der Photovoltaik Strom erzeugen. Auf beheizbaren Straßen, Parkplätzen und Zufahrten erübrigt sich der Winterdienst. Radfahrer könnten auf einem selbstleuchtenden Weg besser sehen und gesehen werden. In ferner Zukunft könnten sich E-Fahrzeuge beim Parken oder Fahren induktiv aufladen.

Als erste Teststrecke sollen im Frühjahr auf einem Radweg in Erftstadt 240 m2 bebaut werden. Müller-Judex: „Wir bekommen jeden Tag Anfragen.“ – Mehr als das Jungunternehmen mit drei Beschäftigten bedienen kann. Gewerbetreibende zeigen auch Interesse. Ein Hotel wolle die Zufahrten zum Parkplatz mit Solarfliesen pflastern. Selbst aus Indien und Afrika gebe es Interessenten.

Mit rund 100 000 € Startkapital von der Zukunftsagentur Brandenburg und zusätzlichen Mitteln von mehreren Business Angels hat Solmove die bisherige Entwicklung bis zum Prototyp finanziert. Nun aber braucht das Unternehmen 2 Mio. € für die nächsten zwei Jahre, um sie in den Aufbau der Produktion und in die Markteinführung zu stecken. Müller-Judex kann sich die Beteiligung eines Finanzinvestors, eines strategischen Investors oder eines Family Office vorstellen.

Geldgeber sucht er sowohl in Deutschland als auch international. Doch die Erfahrungen des Seriengründers lehren ihn, dass ein Start-up aus der Cleantech-Branche weit schwieriger Risikokapital findet als irgendetwas mit Software. „Software ist zehnmal schneller zu finanzieren“, weiß er, weil er bereits Firmen für das Bezahlen per Handy und für den elektronischen Rechnungsversand gegründet hatte. Um eine nachhaltige Umwelttechnologie zu entwickeln, ist jedoch der Kapitalbedarf höher, es dauert länger, die ersten Umsätze seien erst nach fünf Jahren zu erwarten: Schnelle Exits sind nicht möglich. Vom Staat gebe es zu wenig Unterstützung für grüne Start-ups.

Neben Müller-Judex arbeiten ein Ingenieur mit dem Schwerpunkt erneuerbare Energien und eine Umweltmanagerin für Solmove. Wenn die Finanzierung steht, will das Unternehmen weitere Ingenieure einstellen, zunächst einen Wirtschaftsingenieur und zwei Spezialisten für Produktionstechnik. Zurzeit läuft ein Projekt mit der Deutschen Bahn, die prüfen will, ob der PV-Teppich zwischen den Gleisen zum Einsatz kommen könnte. Allein damit würde sie bis zu einem Fünftel ihres Strombedarfs decken, so Solmove.

Die Technologie wird man vielleicht auch in China bei den Olympischen Spielen 2022 erleben können. Shuttlebusse sollen auf einer Strecke von 190 km auf einer induktiv ladenden Spur fahren, die von Solmove-Modulen mit Strom gespeist wird.

Die Aufgeschlossenheit für Straßenkraftwerke ist grundsätzlich vorhanden. US-amerikanische (Solar Roadways), niederländische (SolaRoad) und französische (Wattway) Anbieter sind bereits mit horizontaler Photovoltaik auf dem Markt. Ihre Lösungen erfordern allerdings das kostspielige Aufreißen bestehender Wege. Den Solarteppich könne man, so das Berliner Unternehmen, mit einem speziellen Kleber einfach darüber verlegen. Nach Ablauf der Lebensdauer ließen sich die Bahnen auch wieder abziehen und recyceln. ws

LINK hier: https://www.vdi-nachrichten.com/Technik/Die-Energie-kommt-Strasse

ENERGIEZUKUNFT präsentiert Solmove

Beim zweiten Teil unserer Startup-Serie widmen wir uns dem jungen Unternehmen SOLMOVE, das die Energiewende mit Solarstraßen voranbringen möchte. Im Gespräch erzählen uns Gründer Donald Müller-Judex und sein Team, wie die Geschäftsidee entstanden ist und welch großes Flächenpotenzial Straßen haben.

07.02.2018 – Gegründet wurde SOLMOVE im Jahr 2014 von Donald Müller-Judex. Das Unternehmen entwickelt Photovoltaik-Module, die wie ein Teppich horizontal auf dem üblichen Straßenbelag installiert werden können. Statt auf Dächern kann dadurch auch auf Radwegen, Straßen, Plätzen oder Gleisanlagen Strom erneuerbar erzeugt und versiegelte Flächen somit doppelt genutzt werden. Der Belag ist dabei nicht nur rutschfest und bruchfest, sondern besitzt auch eine spezielle Oberfläche, die das schräg einfallende Sonnenlicht optimal für die Stromerzeugung nutzen kann.

Das Team von SOLMOVE (v.l.n.r.: Annemarie Botzki, Donald Müller-Judex, Till Nadolny, Jens Moir) (Foto: © SOLMOVE)
Das Team von SOLMOVE (v.l.n.r.: Annemarie Botzki, Donald Müller-Judex, Till Nadolny, Jens Moir) (Foto: © SOLMOVE)

Wie ist eure Idee für SOLMOVE entstanden?

Die Idee für unser Unternehmen kam unserem Gründer Donald Müller-Judex eigentlich aus der Not heraus. Im Jahr 2009 war er auf der Suche nach einem freien Dach im Allgäu, um es für die Installation einer PV-Anlage anzumieten. Allerdings waren bereits alle Dächer bebaut, sodass er keine Gelegenheit für die Nutzung von Sonnenenergie fand. Nur die Straßen, auf denen er bei seiner Suche unterwegs war, lagen „ungenutzt“ in der Sonne. Genau zu diesem Zeitpunkt kam dem Erfinder dann auch die Idee, dass man ja das große ungenutzte Flächenpotenzial von Straßen erschließen könnte.

Sind Solarstraßen der Schlüssel für die Energiewende?

Nach unserer Meinung auf jeden Fall! Für das Ziel 100 Prozent Erneuerbare Energien müsste in Deutschland laut Professor Quaschning perspektivisch eine Photovoltaikleistung von 400 Gigawatt installiert werden. Doch dafür reichen die uns zur Verfügung stehenden Dachflächen einfach nicht aus. Solarstraßen sind deshalb die nachhaltige Antwort auf ungenutzte Flächen. Dies verhindert außerdem auch noch die Zerstörung natürlicher Flächen und ermöglicht die Nutzung kurzer Transportwege vom Erzeuger zum Verbraucher.

Wird euer System bereits in der Praxis verwendet?

Im Mai 2018 installieren wir unsere erste horizontale Solaranlage auf einem rund 100 Meter langen Radweg in Erftstadt bei Köln. Auf der Strecke werden PV-Panels mit einer Fläche von rund 240 Quadratmetern verlegt. Zudem sind eventuell größere Projekte mit der Deutschen Bahn sowie bei den Olympischen Spielen in China 2022 angestrebt.

Was sind bisher eure größten Hindernisse?

Unser größtes Hindernis ist nach wie vor die passenden Geldgeber zu finden.

Was verbraucht am meisten Energie bei der Gründung eines Startups?

Die Finanzierung der Firma verbraucht rund die Hälfte unserer gesamten Zeit, Kraft und Gedanken.

LINK hier: https://www.energiezukunft.eu/nachgefragt/startup-interview-folge-2-solmove-gn105214/

State Brandenburg reports on Solmove

Solartechnik für Straßen

Warum nicht die unendlichen Weiten der Straßen zur Energiegewinnung nutzen? Das dachte sich Donald Müller-Judex, Geschäftsführer des jungen Unternehmens Solmove. Das in Potsdam ansässige Unternehmen entwickelt horizontale Photovoltaikmodule für den Einsatz auf Straßen sowie Geh- und Radwegen. Sogar zwischen Schienen können die Module Anwendung finden.

Die Module bestehen aus einer innovativen rutschfesten und robusten Glasoberfläche, die einfach zusammengesteckt werden können und Strom produzieren. 33 Quadratmeter der Solarstraße reichen aus, um mit einem Elektrofahrzeug 20.000 Kilometer weit fahren zu können. Auch wird eine kombinierbare induktive Ladetechnik entwickelt, mit der sich E-Autos auch während der Fahrt mit Strom versorgen lassen.

Mit der Idee der Solarstraßen konnte sich Solmove auch für das Finale des StartGreen Awards 2017, einem vom Bundesumweltministerium geförderten Preises für die grüne Gründerszene, qualifizieren.

Die Errichtung der Betriebsstätte in Potsdam und die Entwicklung der horizontalen Photovoltaikmodulen wird unterstützt mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) aus dem Förderprogramm Gründung innovativ.

http://www.efre.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.546260.de